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Die Sage "Der Schnackler und der Koasabacha"

Koaserer und Schnackler Illustration

Vor langer Zeit lebte ein junger und fröhlicher Schäfer auf der Griesener Alpe im Kaiserbachtal, der von allen nur „der Schnackler“ genannt wurde. Seinen Spitznamen bekam er deshalb, weil er oft mit der Zunge schnalzte und dazu mit den Fingern schnippte. Das nennt man in Tirol „Schnackeln“. Wenn der Schnackler in der Einsamkeit seiner geliebten Berge mit seinen Schafen und Ziegen über Fels, Stein und Schneekare zog, hörte man sein „Schnackeln“ sogar bis ins Tal hinunter. Doch eines Tages wurde der lebensfrohe Schnackler immer stiller. Das bemerkte auch sein bester Freund Angelius, ein Senner von der Fischbachalm. „Was ist los mit dir?“, fragte Angelius. Der Schnackler seufzte tief. „Weißt’, seit einiger Zeit macht mir das Schnackeln keine Freude mehr. Ständig macht mich jemand nach. Also schnackle ich lauter, um den anderen zu übertönen. Aber je lauter ich bin, desto lauter wird der eine. Ich sehe aber niemand. Außerdem sind fünf Ziegen aus meiner Herde verschwunden.“ Angelius hatte Mitleid mit dem Schnackler und riet ihm: „Geh zum Dialektbaum. Dort wohnt der Koasabacha.

Ein lustiger Kobold und Naturgeist, der das Kaiserbachtal wie seine Westentasche kennt. Wenn dir jemand helfen kann, ist es der Koasabacha.“ Das ließ sich der Schnackler nicht zweimal sagen und machte sich zum Dialektbaum auf. Als er dort ankam, entdeckte er sofort den Koasabacha, welcher emsig Worte auf Holztafeln schrieb, die er dann auf den Baum hing. Als der Schnackler nähertrat, blieb er plötzlich wie erstarrt stehen, weil der Koasabacha … zu schnackeln anfing. Schief und falsch, aber der Kobold schnackelte! „Sakra“, entfuhr es dem Schnackler mit zorniger Stimme. „Du bist der Nachäffer!“ Der Kobold bekam hochrote Wangen. „Stimmt. Hat’s dir gefallen? Schlecht bin ich nicht, gell?“ „Schlecht?“, rief der Schnackler aus, „du klingst wie ein quakender Frosch. Außerdem mag ich es nicht, wenn man mich nachmacht.“ Das traf den kleinen Kobold. Mit trauriger Stimme erwiderte er: „Mir hat dein Schnackeln so gut gefallen, dass ich es lernen wollte. Außerdem bist du oft allein in den Bergen unterwegs. Ich dachte, es würde dich freuen, wenn du jemand anders hörst als nur dich selbst.“ „Ich bin gern allein“, schimpfte der Schnackler weiter, „deshalb brauche ich keinen anderen.“ Auf einmal teilten sich die Büsche und die vermissten fünf Ziegen hüpften heraus. „Da schau her“, wurde der Schnackler noch zorniger, „du schnackelst mich nicht nur nach, du hast auch meine Ziegen gestohlen!“ „Du tust mir unrecht“, wehrte sich der Koasabacha mit gesenktem Kopf. „Im Gegensatz zu dir fühle ich mich oft einsam. Deswegen haben deine Ziegen und ich im Wald Verstecken gespielt.“ Dem Schnackler wurde es zu viel. „Lass in Zukunft das Nachschnackeln sein, und meine Ziegenherde in Ruhe.“ Damit ließ der Schnackler den Koasabacha stehen und stieg mitsamt den Ziegen wieder zur Alm hoch. Ab diesem Tag hörte er kein zweites Schnackeln mehr und keine einzige Ziege verschwand aus der Herde. Aber mit der Zeit wurde der Schnackler wieder stiller, weil er sich komischerweise einsam fühlte.

Eines Tages stieg der Schnackler in die nebligen Berge hoch und schnackelte halbherzig. Plötzlich verlor er den Halt und stürzte über Stock und Stein. Schwer verletzt blieb er liegen. Auf einmal erschien der Koasabacha und nahm ihn mit ins Tal. In seiner Hütte pflegte er den Schnackler mit Latschenkiefer sowie Kräutern gesund und allmählich freundeten sich die beiden an. Der Schnackler erfuhr, dass der Koasabacha die Natur über alles liebte und schützte, Scherze mochte und Glück brachte. Dass er gern dazulernte und sein Wissen noch lieber mit anderen teilte. Deswegen schrieb der Koasabacha Tiroler Dialektworte auf die Holztafeln am Dialektbaum, um sie wie einen Schatz zu bewahren. Außerdem konnte er zaubern und färbte einen Regenwurm smaragdgrün. Kurz danach standen plötzlich gelbe Schuhe vor dem Schnackler, der seine eigenen beim Absturz verloren hatte. Gut, sie schauten aus wie gelbe Frauenschuhe, aber der Schnackler freute sich darüber. Ein paar Tage später konnte er wieder aufstehen, zog die bequemen Schuhe an und wollte zum Dank für den Koasabacha Christrosen pflücken. „Blumen sollen dort bleiben, wo sie wachsen und damit das so bleibt, mache ich die Christrosen giftig“, erklärte der Koasabacha mit strenger Miene. Der Schnackler verstand nun, dass man die Natur so lassen musste, wie man sie vorfand und überlegte weiter, wie er sich beim Koasamandl bedanken konnte. Da fiel es ihm ein: Er würde ihm das Schnackeln beibringen! So kam es, dass die beiden Freunde mitten im stillen Wald gemeinsam schnackelten. Ein Schnalzen, ein brummendes Trommeln und ein Schnippen hallten alsbald wider. Beide Freunde erkannten, dass jeder vom anderen lernen konnte. Der eine das Schnackeln, der andere viel über Mutter Natur. Feierlich schworen sie sich, das Kaiserbachtal und alles weit darüber hinaus zu schützen. Seitdem gilt das Kaiserbachtal als ein besonderer Ort. Übrigens, wer sich genau umblickt, der kann noch heute die einstigen Schuhe vom Schnackler sehen. Gelber Frauenschuh ist im Kaiserbachtal zuhause, wie es der Schnackler einst war. Wer ganz viel Glück hat, sieht vielleicht den smaragdgrünen Regenwurm oder die verzauberten Christrosen. Und wenn man leise durch den Wald spaziert, hört man manchmal sogar den Schnackler und den Koasabacha lustig schnackeln.

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