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Auf der Salve, da rollten die Köpfe

Das Salvenkirchlein trotzt auf der Hohen Salve Wind und Wetter und birgt so manche Überraschung.

Die markante Kegelform der Hohen Salve fällt auf jedem Panoramabild der Kitzbüheler Alpen sofort ins Auge. Mit ihren
1829 m Seehöhe zählt der Hausberg der Brixentaler zu den meistbesuchten Aussichtsbergen Österreichs. Schon lange bevor die moderne Drehterrasse das 360° Panorama mit Blick auf über 70 Dreitausender erschloss, zog die „Rigi Tirols“, wie die Salve auch genannt wird, Menschen aus nah und ferne an. Unter ihnen befanden sich früher auch viele Edelleute, was der Hohen Salve den Beinamen „Fürstenwarte“ einbrachte. Sie erstiegen den Berg aus eigener Kraft oder ließen sich auf Reittieren tragen, die edlen Damen wurden gar mit Sänften auf den Gipfel befördert. Zu den bekanntesten Bergsteigern auf der Hohen Salve gehörten unter vielen anderen Erzherzog Johann, König Ludwig II von Bayern, Erzherzog Franz Ferdinand, Kronprinz Rudolf und der spanische Prinz Don Alonso. Was sie alle wohl auf die Hohe Salve zog? Ein russischer Naturforscher drückte es poetisch aus: „Was wir gesehen hier in Tirol war entzündend, wonnevoll.
Die Größe und Macht der Natur trägt vom Göttlichen die Spur.“
Was zog alle diese „Edlen“ ausgerechnet auf die Hohe Salve? Es war wohl schon damals die grandiose Aussicht auf diesem „sanften“ Berg, der im Vergleich zu anderen leicht zu bezwingen war. Auch die „feinen Herrschaften“ damals wussten: Es ist wichtig, immer wieder einen Gipfel zu erklimmen, in die Höhe zu streben, um freie Sicht zu haben. Nicht nur das Auge, auch unser Geist braucht den Blick in die Ferne. So können wir unseren Horizont erweitern, die größeren Zusammenhänge erkennen. Nicht selten werden uns am Berg Dinge klar, für die uns unten im Tal der richtige Blickwinkel fehlt.

Außerdem gibt es am Berg allerhand zu holen, speziell im Herbst. Zur Schwammerlzeit durchstreift so mancher Suchende die Wälder bis ganz hinauf zur Waldgrenze auf der Jagd nach den duftenden, wohlschmeckenden Köstlichkeiten. Der Herbst ist auch die „Granggl-Zeit“.
„De schenste Zeit zum Berggehn is de Granggl-Zeit. De Granggln sen des Gsindeste. Des Auffigeha tuat an Körper guat, und die Ruhe obn, und de Herbstfarbn, de toan da Seele guat. Wenn mas im Glasl kaft, iss net des Gleiche. Es is wichtig, dass ma des schätzt, wos ma hobn.“ Die Aussage traf ein leidenschaftlicher Brixner Grangglsucher, der nicht nur seinen Namen für sich behält, sondern auch die besten Grangglplätze.

Viele Menschen rund um die Salve haben eine ganz besondere Beziehung zum Salvenkirchlein. Nicht nur, weil es Österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche ist. Es spielt seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der Region:

Das Salvenkirchlein ist Johannes dem Täufer geweiht. Für alle, die (wie ich) nicht so ganz bibelfest sind: Johannes der Täufer wurde enthauptet. Um sein Haupt ranken sich viele Mythen. So auch auf der Hohen Salve. Die Legende besagt Folgendes zur Entstehung der Kapelle:

Ein Kult um Köpfe

Eine fromme Witwe hatte einen Sohn, der trotz aller Ermahnungen der Mutter schon von Kind an dem Bösen zugetan war und als Räuberhauptmann sein Unwesen trieb. Auf der Hohen Salve träumte sie von Johannes dem Täufer, und sie erflehte die Bekehrung ihres Sohnes. Der verlorene Sohn hatte denselben Traum und stellte sich der Gerichtsbarkeit. Er wurde zum Tode verurteilt und enthauptet. Als Dank für seine Bekehrung, die seine Seele gerettet hatte, ließ die Witwe das Salvenkirchlein errichten. Auch eine Schäfersage gibt es, die auf Johannes den Täufer zurückführt.

Aus den Legenden entwickelte sich ein regelrechter Häupter-Kult. Fromme Pilger aus nah und fern brachten Häupter aus Holz oder Ton auf die Salve, umrundeten mit ihnen das Kirchlein und ließen ein Scherflein zurück, um der Bitte um Genesung Nachdruck zu verleihen. Letztendlich wurde der Großteil des Baus der Brixner Kirche von diesen Gaben finanziert. Dennoch musste dem Brauch schließlich ein Riegel vorgeschoben werden, um der „Häupter-Schwemme“ Herr zu werden. Es hatten sich nämlich hunderte angesammelt, die in der Kirche und rundherum zu finden waren und wahrscheinlich ein makabres Bild abgaben. Ein einziges, kunstvoll gestaltetes Haupt aber hat man belassen, es befindet sich im Altarraum.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Salvenkirchlein im Jahr 1589. Allein bis 1767 wurde es 17mal durch Blitzschlag mehr oder weniger stark beschädigt. Später wurde ein Blitzableiter montiert. Der wurde jedoch von gläubigen Fanatikern wieder heruntergerissen. Sie waren der Meinung, Gebete und das Wetterläuten würden das Kirchlein besser schützen. Dem war leider nicht so, der Blitz schlug immer wieder ein. Irgendwann war dann aber der Fortschritt nicht mehr aufzuhalten - der Blitzableiter blieb und das Kirchlein war geschützt.

Betbrüder warnten vor Gewittern

Im Jahre 1617 hielt Pfarrer Ambros Strasser die erste hl. Messe. Damals war Veit Puttensteiner „Betbruder und Hüter“. Durch List wusste er sich während des Sommers für den langen, kalten Winter Holz zu verschaffen: Er fällte in den tiefer gelegenen Wäldern Holz und legte es gescheitet an den Weg. Fromme Pilger nahmen dann, je nach Sündenlast, eine Anzahl Scheiter und schleppten sie schweißtriefend zum Gipfel empor.
Die Betbrüder, die das Kirchlein betreuten, waren auch für die Bauern wichtig: Nahte ein Gewitter, legten sie auf allen Seiten gut sichtbar weiße Leintücher aus. Dann wussten die Menschen im Tal, dass es Zeit war fürs „Wetterläuten“.

Faszinierender Kultplatz

Heute verlassen wir uns auf den Wetterbericht. Und doch wissen jene Menschen , die heute noch auf der Hohen Salve leben - zum Beispiel die Wirtsleute der Gipfelalm - wohl am besten zu sagen, ob und wann ein schweres Gewitter heranzieht. Ein Anruf im Tal ersetzt die Leintücher.

Auch viele Familien mit Kindern zieht es hinauf auf die Hohe Salve. Auf dem uralten Kult- und Himmelsbeobachtungs-Platz machen verschiedene Stationen den Begriff „Zeit“ sinnlich erfahrbar. In vielen kleinen Experimenten können kleine und große Besucher den Geheimnissen von Sonne, Wind und Wetter nachspüren. Sonnenuhr und Windharfe machen anschaulich, wie die Zeit fließt und der Wind singt.
Der Salvenriese lädt ein zum Kraxeln, Erforschen und Spielen.

Die kleinen Gäste auf der Hohen Salve spielen und entdecken einen ganz besonderen Platz. Sie sind noch zu jung, um von den Eltern oder den Großeltern die schaurigen Geschichten vom Häupterkult zu hören.
Aber die Aussicht genießen auch sie. Und fühlen sich dabei frei und leicht. Auch sie spüren, dass die Welt auf der Hohen Salve eine andere ist ...
Mit freundlicher Genehmigung von „Bei ins dahoam“; Text und Fotos: © Bei ins dahoam.

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