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Wer klopfet an?

Die Brixner Anklöpfler gehen schon seit 30 Jahren von Haus zu Haus und erfreuen die Herzen mit ihren schönen, alten Liedern.

Wer klopfet an
An den Donnerstagabenden vor Weihnachten sollte man die Ohren spitzen und der Tür lauschen. Es könnte sein, dass die Anklöpfler draußen stehen, Bärtige in Hirtenkleidung, die mit Musik und Gesang von der Weihnachtszeit künden. In Brixen im Thale ist das zumindest so. Da ziehen die Brixner Anklöpfler zu sechst von einem Haus zum anderen, unangemeldet, aber in den allermeisten Fällen gern gesehen. So erzählt es Franz Strasser, und er muss es wissen, denn er ist einer von ihnen.
Gesungen und musiziert hat Franz immer gerne – schon mit 15 mit seiner Schwester zusammen im Zweigesang. Inzwischen hat sich daraus der Strasser Dreigesang entwickelt, seitdem die Anna Widauer noch dazu gestoßen ist. Immer wieder treten sie zu dritt bei den verschiedensten Anlässen auf, auch zu Weihnachten, und geben ihre Volks- und Weihnachtslieder zum besten. Seit 35 Jahren spielt Franz auch bei der Musikkapelle – derzeit den Bass. Vielleicht haben Franz und seine Schwester das gute Gehör von der Großtante geerbt, der Kloo-Cilli. Sie ist selbst schon vor dem Krieg anklöpfeln gegangen und hat viele Brixentaler Lieder gesammelt und aufgeschrieben, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. Früher hat sie dem Franz und seinen Klöpfel-Kollegen auch beim Einstudieren der Lieder geholfen – mehr als 30 sind es mittlerweile. Unter ihnen ganz traditionsreiche wie „Geh Hansei pack dei Binggei z’samm“ oder die „Schäfersbuam“. Und wenn Cilli Stöckl, die Kloo-Cilli, auch schon 2001 verstorben ist, so lebt sie doch in den Liedern weiter, die viele Menschen noch mit ihr verbinden.

"Ab dem Staatsfeiertag wird nicht mehr z’viel rasiert."

A bärtige Zeit

Wer klopfet an

Auch Franz und der Rest „der Bande“ dachten an die Cilli, als sie sich im Oktober zum ersten Mal trafen, um die Lieder auszuwählen, mit denen sie heuer die Stuben und Herzen erhellen wollen.
Sie singen 4-stimmig, Franz die zweite oder dritte Stimme und er spielt dazu die Gitarre. Der Staatsfeiertag am 26. Oktober ist dann für alle ein Stichtag, „då soll dann nimma z’viel rasiert werden.“ Früher klebten sie sich noch Bärte ins Gesicht, seit einigen Jahren lassen sie den Bart selbst wachsen. „Des klappt beim Oan bessa, beim Ondan weniger“, lacht Franz. Am Stefanietag gestalten die Klöpfler die Abendmesse, und dann darf der Bart wieder ab. Nur einer hält sich nicht ganz an die Regel, der will schon auf den Weihnachtsfotos fesch rasiert sein. Wer das ist, verrät Franz aber nicht. Und bei einem Klöpfler ist der Bart heute noch geklebt. Aber so gut, dass es nicht zu erkennen ist.

Das Anklöpfeln ist ja eigentlich ein Heische-Brauch, ein Bettelbrauch, klärt mich Franz auf. Vor Weihnachten zogen die armen Leute früher – schon ab dem 15. Jahrhundert – von Hof zu Hof, um von den Bauern Essbares zu erbetteln. Dafür sangen sie ein Lied oder sprachen auch nur ein Vaterunser. Franz hat Unterlagen vorbereitet, die näher auf die Tradition eingehen. Daraus geht hervor, dass zum Beispiel Mitte des 17. Jahrhunderts nicht nur Segensreiches gebracht wurde: „Der Brauch hatte ein doppeltes Gesicht: Das freundschaftliche Anklopfen mit Segenswünschen und Gaben und das bösartige mit Verwünschungen und Steinwürfen. Zuweilen musste das erste zur Tarnung des zweiten dienen.“ (Hans Moser)
Das ist heute natürlich ganz anders. Die Brixner Anklöpfler rühren mit ihren überlieferten Weisen jedes Herz. Nicht nur die Einheimischen, die den Brauch kennen, freuen sich. Nein, auch die „Zuagroaßtn“ lassen die Klöpfler gerne eintreten und bedanken sich mit einer kleinen Spende. An den Besuch auf einem höher gelegenen Bergbauernhof erinnert sich Franz besonders gerne: „Då send vou ins no nia Klöpfia auffikemma. De Altbäurin håt sie narrisch g’freit und a paar heimliche Tränen aus de Augen g’wischt. Und dann håts uns nid nur a Schnapsei und a guade Jaus’n hergricht, sondern vo lauta Freid an no a paar hunascht Schilling zuag’steckt.“
Dabei geht es den Klöpflern gar nicht um das Geld, das für einen karitativen Zweck gespendet wird. „Es is eigentlich viel leichter, es einzunehmen als wieder auszugeben“, meint Franz ein wenig bedauernd. Sie spenden das Gesammelte am liebsten im Ort oder in der Region, „aber då immer wås Passendes zu finden is oft går nit einfach. Es is nit leicht, es de Leut’ recht zu machen“, weiß Franz aus Erfahrung. Deshalb hängen sie es gar nicht mehr an die große Glocke, an wen sie spenden.

Die Botschaft der Klöpfler

Wer klopfet an
Wer klopfet an

Viel wichtiger als das Geld ist den Anklöpflern, dass sie mit ihren Liedern vorweihnachtliche Freude ins Haus bringen, und den Einen oder Anderen vielleicht ein wenig „herunterbringen vom Gas“. Dass sie uns daran erinnern können, worum es bei Weihnachten eigentlich geht: dass wir uns Zeit füreinander nehmen, den Weihnachtsfrieden einziehen lassen in unser Herz, in unsere Seele. Mit den Liedern, die Franz und seine „Manda“ mitbringen, geht das ganz leicht. Sie sind in unserem Dialekt geschrieben, in unserer ureigensten Sprache. Ihre Melodien suchen sich unbeirrt den Weg in unser Herz – sofern wir das zulassen.

„... und scho wår‘s aus mit dem Singen.“


Natürlich kommt es immer wieder vor, dass in den Stuben berührende Momente passieren – in der Weihnachtszeit sind die Menschen halt weicher, empfänglicher. „Owa nu öfter miass ma aufpassn, dass ma nit z‘lachn kemman“, gesteht Franz. So wie damals, als die sechs in der Stube standen und sangen, und plötzlich die Katze wie von der Tarantel gestochen vom Kachelofen auf den Boden sprang und sich dort fast überschlug, um eiligst fort zu kommen. Hatten sie einen falschen Ton getroffen? „I woass nit. Auf jeden Foi hat’s an Katzei nid gfoin.“ Und das Singen musste kurz unterbrochen werden...
Auch ein anderes Mal wurden die Männer zu fortgeschrittener Stunde noch in die Stube gebeten und stimmen das erste Gsangl an: „Ja, und irgendoana vo uns siecht auf’n Ofen an BH hängen, owa an gscheid’n,“ fügt er hinzu und deutet mit den Händen eine ziemlich große Körbchengröße an, und scho war’s aus mit’n Singa,“ lacht er heute noch bei der Erinnerung daran. So leicht kann’s gehen.
Immer wieder kommt es auch vor, dass die Klöpfler auf ein Schnapserl bleiben, ins Sitzen kommen und auch lustigere Lieder anstimmen. „Owa des is nimma oft da Foi. Mia miassn ja weiter, und inzwischen san ma ålle scho älteren Datums und vernünftiger. Und an Freitag iss ja wieder zun Arbeiten.“

Nicht nur für die Anderen

Wer klopfet an

So manches Jahr führen die Brixner Anklöpfler auch die Pilgerreise auf – ein gesungener Einakter. Der hat mit dem Anklöpfeln eigentlich nichts zu tun, außer dass er von den Anklöpflern gesungen wird. Es geht darin um verschiedene Charaktere, die sich auf den Weg nach Palästina machen. Die Pilgerreise ist sozusagen eine „Brixentaler Besonderheit“ und nur hier anzutreffen. Die Kloo-Cilli wusste zu berichten, dass sie schon ab 1946 bis in die 60er Jahre aufgeführt wurde. Für Franz und seine Mannen ein guter Grund, die Pilgerreise als Kulturgut zu bewahren wie auch all die Lieder.

„Advent ohne Klepfin, des ku i mir nit vorstellen.“

Anklöpfeln gehen Franz Strasser, Josef Hörl, Fred Hofer, Christoph Wurzenrainer, Hermann Beihammer und Toni Gschwantler – die Brixner Anklöpfler – aber nicht nur für die Anderen, sondern auch für sich selbst. Die Freude, die sie in die Stuben bringen, kommt tausendfach zurück. Die Lieder, die sie singen, berühren nicht nur die Zuhörer in ihrem Innersten, sie stimmen auch die Sänger selbst ein auf die Weihnacht. „Advent ohne Klöpfln, des ku i ma går nid vorstellen, des keascht oafach dazua“, sagt Franz. Weihnacht, die Nacht der Nächte, sie hat auch nach mehr als 2000 Jahren nichts von ihrem Zauber verloren. Wenn wir nur bereit sind, den Segen anzunehmen, der so manches mal an die Tür klopft...

TEXT:
DORIS MARTINZ

FOTOS:
HERBERT LAIMINGER
PRIVAT

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